Soundcraft LX7-II-24 Mischpult

Mischpult Soundcraft LX7-II-24, Mischpulte
Zoom: Zoom 2xZoom max
  • Hauptmerkmal: 24 Kanal Console
  • Eingänge: 24 x Mikrofon XLR /­ Line Klinken und 4 x Stereo Line Klinken Eingänge
  • Inserts: für Monokanäle, Subs und Master
  • EQ Mono-/Stereokanal: 4-Band; 2 x semiparametrische Mitten / 3-Band, fix
  • AUX Send/Stereo Return: 4 x pre/­post, 2 x post / 2
  • Subgruppen: 4
  • Kanal-Volumenregler: 100 mm Fader
  • Ausgänge: Main-Mix-Out/sym.: XLR
  • Effekte: -
  • Besonderheiten: Mikrofonwege mit Low Cut Filter; Kanal on/­off PFL Solo Schalter; Mono Mix Output; 16 Direct Out pre/­post schaltbar
  • Abmessungen: 164 x 856 x 503 mm


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Soundcraft LX7-II-24

Graham Blyth, Mitgründer der Firma Soundcraft, hat zum 30jährigen Jubiläum der Firma einen neues Preamp- und EQ-Design entwickelt. Das LX7II Mischpult ist mit diesen neuen GB30 Mikrofon-Vorverstärkern ausgestattet. Hierfür wurde das Design der erfolgreichen MH-Serie als Vorbild genommen und mit verwandten Bauteilen in das LX7II Pult übertragen. Dadurch wird das Rauschverhalten und die Übersteuerungsfestigkeit auf ein Niveau gehoben, das in dieser Preisklasse bisher nicht möglich war.

Ebenso der GB30 Präzisions-EQ – hier wurde die Klangregelung der MH-Serie mit günstigeren Komponenten in das LX7II integriert. Dieser erlaubt gezielte Klangkorrekturen ohne unerwünschte Nebeneffekte auf benachbarte Frequenzbereiche. Die Mittenbänder sind semi parametrisch (mit variabler Frequenz) ausgelegt. Das LX7II bietet außerdem die bewährte 7 Bus Struktur (4 Gruppen, separate Mono- und Stereo-Summe) mit komfortablen LED-Anzeigen sowie 6 Aux Sendewege. Die Phantomspeisung ist für jeweils 4 Kanäle separat schaltbar. Äußerlich erinnert das LX7II ebenfalls an die erfolgreiche MH-Serie.

Der optimale Sound?
Ein wichtiges Kriterium für den User bei der Arbeit mit einem Mischpult ist in jedem Fall die Ordnung. Oder sie sollte es zumindest sein. Das fängt mit der richtigen und übersichtlichen Einteilung von Instrumenten/Gesang und definierten Subgruppen wie z.B. Drums, Keyboards oder Vokals an. Dabei sollte die Gruppe, die während des Konzertes am häufigsten bearbeitet werden muss (meistens die Vokals), in der Nähe der Master-Sektion zu finden sein. So werden große Sprünge vor einem Pult vermieden. Doch häufig ist das nicht so – vermutlich eine zusätzlich angeordnete Sportstunde für den Toninge-
nieur?

Nächster Schritt ist die entsprechende Beschriftung der Kanäle. Am besten eignet sich dazu Kreppband, denn das lässt sich leicht entfernen. Das allseits beleibte Gaffa-Tape ist hier nicht zu gebrauchen. Denn es klebt so fest auf der Konsole, dass mit ihm auch eventuell vorhandene Handpolster abgezogen werden oder einfach lästige Rückstände zurückbleiben.
Ein Problem ist die richtige Pegelanpassung der Eingangssignale. Ein hoher Eingangspegel neigt zu Verzerrungen und Übersteuerungen, was den kompletten Sound negativ beeinflusst. Im Gegensatz dazu kann ein sehr geringer Eingangspegel möglicherweise vom eigenen Grundrauschen des Gerätes kaum unterschieden werden. Beide Situationen sind Extreme, der optimale Aussteuerungspegel liegt dazwischen. Der beste Signal-/Rauschabstand (die höchste Signaldynamik) wird erreicht, wenn alle Geräte auf dem höchsten noch vertretbaren Pegel arbeiten (das sollte bei den einzelnen Geräten und nicht erst beim Mischpult eingestellt werden). Mit den einzelnen Gain Reglern passt man die unterschiedlichen Pegel untereinander an, was übrigens nichts mit der resultierenden Lautstärke zu tun hat – der Gain Regler ist KEIN Volumenregler! Als Faustregel gilt: Die über den PFL-Taster aktivierte Anzeige sollte bei maximalen Pegeln knapp unterhalb der 0 dB-Anzeige aufleuchten. Die einzelnen Lautstärken der Eingangskanäle werden anschließend mit dem Kanalfader realisiert, dessen Ausgangspegel sich im Bereich um die 0 dB-Grenze bewegen sollte.

Alle weiteren Einstellungen wie z.B. die Grundsounds der einzelnen Kanäle lassen sich theoretisch kaum erläutern, optimale Ergebnisse kann hier nur die Erfahrung bringen. Generell gilt der sogenannte Soundcheck setzt sich aus mehreren Arbeitsschritten zusammen: Überprüfen aller Signalwege, Test der Einzelinstrumente und ein Check der kompletten Band. Wichtig ist ein disziplinierter Ablauf. Wichtig für alle Musiker: Geübt wird zu Hause oder im Proberaum! Nichts nervt mehr, als wenn man ein leises Brummen auf der Bühne sucht, derweil sich der Gitarrist noch mal schnell an seinen neusten Sounds erfreut.

Idealerweise schaut man dann kurz, ob die Pegel in Ordnung sind, filtert die ein, zwei gröbsten Probleme (z.B. dröhnende Frequenzen – häufig die unteren Mitten) und fertig. Dann ist es besser, die Combo nur ein paar zusammenhängende Titel gemeinsam spielen zu lassen. So können sich die Musiker auf die Bühnenverhältnisse einstellen, und im Zusammenhang klingen die einzelnen Kanäle dann sowieso etwas anders. Nun hat man Zeit, sich einzelne Kanäle anzuhören und anzupassen. Wenn der Sound dann steht, kann man damit beginnen, die Effekte einzuspielen. Natürlich wird sich der mühsam erarbeitete Sound verändern, wenn sich der Saal langsam mit Publikum füllt. In der Regel wird es sich aber durch die absorbierenden akustischen Eigenschaften der Kleidung um Verbesserungen handeln. So werden Reflexionen am Boden vermindert oder sogar gänzlich aufgehoben und die Nachhallzeit nimmt etwas ab. Bei einem größeren Publikum sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass die Mittel- und Hochtonsysteme der PA hoch genug stehen bzw. idealerweise geflogen werden. Denn wenn die PA nur horizontal in die Bierbäuche der ersten Reihe brüllt, wird hinten nicht mehr als etwas „Gewummer“ ankommen.
Die richtige Filtereinstellung ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Gerade Anfänger fühlen sich überfordert und suchen mit der Entschuldigung „Ich hör’ das nicht“ nach einfachen 08/15-Rezepten, nach denen man einfach den passenden Sound zusammenrühren kann. Es mag frustrierend klingen, aber die gibt es nicht. Sicher existieren einige Regeln und Tipps, die man beachten sollte, aber sie beziehen sich alle nur auf eine einzige Referenz, und zwar auf das eigene Ohr. „Learning by doing“ ist hier angesagt.

Am einfachsten sind noch die Bässe und Höhen zu erkennen und einzuordnen, aber sie haben auch relativ wenig Bedeutung für die Verständlichkeit. Schwieriger tun sich Anfänger mit den Mitten: Laute, tiefe Mitten dröhnen kräftig und vermatschen die Stimme, wohingegen sie – wenn zu leise – den Stimmen zu wenig Wärme und Fülle geben. Zu laute hohe Mitten machen Stimmen aggressiv und lästig, zu leise lassen Stimmen dagegen unverständlich und undeutlich werden. Möchte man ein gutes Resultat erreichen und hat dabei mittlerweile so ziemlich alle Regler in eine Richtung gedreht, gilt es hier, immer wieder zu überprüfen, ob man den gewünschten Effekt nicht auch anders und einfacher erreichen kann. Im Zweifelsfall alle Regler auf Mitte stellen und nochmal beginnen. Bei allen Veränderungen am EQ immer auch die Verstärkung im Auge behalten. Bei starken Anhebungen in den einzelnen Filterbereichen muss der Gain-Regler zurückgenommen werden, genauso umgekehrt. Es ist also sehr hilfreich, bei der Filterung auch den PFL-Taster gedrückt zu lassen.
Wenn es dröhnt, knallt und zischt, muss man natürlich etwas tun. Sind aber alle Pegel und Signale in Ordnung, muss der Sound noch lange nicht optimal sein. Nun geht es darum , Feinarbeit zu leisten und die Instrumente und Vokals in das richtige Verhältnis zu setzen. Dies wird durch die richtige Lautstärkenverhältnisse als auch durch eine klangliche Korrektur erreicht.
Hebt man z.B. alle Bässe und Höhen bis zum Anschlag an, ist es kein Wunder, wenn man keine Details mehr orten oder unterscheiden kann. Speziell die tiefen Frequenzanteile sollten nur bei Instrumenten angehoben werden, wo sie auch hingehören (z.B. Kick Drum oder E-Bass). Es müssen nicht immer alle Instrumente gleich von beginn an „fett“ klingen. Hier mal ein kleines Experiment: Drehen Sie mal – während die Band spielt – bei einem Instrument die tiefen Frequenzanteile langsam auf Null bzw. senken Sie sie ab – Sie werde es kaum merken. Nutznießer sind die typischen Instrumenten der tiefen Frequenzen. Selbst tieffrequente Verzerrungen verschwinden. Deshalb haben viele Mischpulte einen Hochpassfilter. Dieser löscht sehr tiefe Frequenzen scharf unterhalb ihrer Einsatzfrequenz, ohne die Bässe insgesamt abzuschwächen. Manchmal besteht sogar die Möglichkeit, die Filterfrequenz individuell zu setzen – bzw. durchzustimmen.
Soundcraft
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