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Tonabnehmer

Pickups – die Tonübertrager
Die Saitenschwingung ist die Basis, der Tonabnehmer (engl.: Pickup) überträgt sie zum Verstärker, und dabei gibt es große Unterschiede. Eine Faustregel lautet: Je höher die Ausgangsleistung, um so besser eignet sich der Pickup für verzerrte Sounds, Tonabnehmer mit geringer Ausgangsleistung bringen besonders frische Clean-Sounds. Hier ein kleiner Überblick:

Einspuler (engl.: Singlecoil): Sehr dynamischer, brillanter Sound mit knackiger Ansprache. Typische Vertreter sind die Modelle auf klassischen Fender-Gitarren. Nachteile sind die oft geringe Ausgangsleistung und die Empfindlichkeit für Störgeräusche. Eine Sonderform stellen der P90 von Gibson und seine Artverwandten dar: Größere Spulen mit mehr Wicklungen sorgen für hohen Output und einen kraftvollen, rauen Ton, der im Blues ebenso reüssiert wie im Punk, leider aber auch sensibel für Einstreuungen ist.

Doppelspuler (engl.: Humbucker): Der englische Name, abgeleitet von „to buck the hum“, sagt’s bereits: Störgeräusche werden beim Einsatz von Humbuckern deutlich minimiert. Gleichzeitig ist der Sound satter und fetter als bei Singlecoils, und die Ausgangsleistung höher, dafür ist die Ansprache weniger knackig. Typische Vertreter sind der legendäre Gibson PAF (Patent Applied For) mit eher geringem Output und vergleichsweise schlankem Ton sowie Seymour Duncans SH-4 mit deutlich kräftigerer Ausgangsleistung und stark ausgeprägten Mitten. Humbucker gibt es auch im Singlecoil-Einbauformat sowie mit übereinander statt nebeneinander angebrachten Spulen für einen singlecoil-ähnlichen Sound ohne Störgeräusche. Manche Doppelspuler verfügen über die Möglichkeit, eine Spule abzuschalten, womit zusätzliche Soundvariationen, ähnlich denen von Einspulertonabnehmern, erreicht werden sollen.

Aktive Tonabnehmer
Pickups mit integriertem Vorverstärker. Vorteil sind ein besonders breiter Frequenzgang sowie die hohe Ausgangsleistung bei nicht vorhandener Einstreuempfindlichkeit. Besonders beliebt für unverzerrte „HiFi“-Sounds sowie extrafette Heavy-Metal-Klänge. Vorreiter waren die Modelle von EMG, die nicht zuletzt durch ihren Einsatz bei Heavy-Metal-Ikonen wie Metallica berühmt wurden. Nachteil ist die benötigte Stromversorgung per Batterie.

Tonabnehmer werden auf Gitarren in unterschiedlichen Kombinationen verwendet, die üblicherweise mit Abkürzungen umschrieben werden: So steht das Kürzel SSS für drei Singlecoils, HSH hingegen für je einen Humbucker in Hals- und in Stegposition, mit einem Singlecoil in der Mitte.

Regler und Schalter
Die Tonabnehmer einer Gitarre werden mit Schaltern aktiviert. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Schalter gut zu erreichen und zu bewegen ist, denn was nützt die schönste Soundvielfalt, wenn sie im Fall der Fälle nur schwer zu bedienen ist? Auch den Reglern (Potentiometer, kurz: Poti) kommen besondere Aufgaben zu: Volumenregler können durch die Ausgangslautstärke der Gitarre auch den Verzerrungsgrad eines übersteuerten Verstärkers variieren, wodurch sie zum kreativen Soundwerkzeug werden – vorausgesetzt, dass sie ohne Klangverluste und mit gleichmäßigem Regelweg arbeiten. Letzteres gilt auch für die Tonregler, für deren sinnvollen Einsatz auch eine gesunde Abstimmung ihrer Einsatzfrequenz erforderlich ist.

Manche Potis bieten Schaltfunktionen, zum Beispiel fürs Abschalten einer einzelnen Spule beim Humbucker: So genannte Push/Push Potis schalten durch einfaches Draufdrücken. Bessere Ablesbarkeit der jeweiligen Schalterposition bei etwas unhandlicherer Bedienung bieten Push/Pull-Potis, bei denen gedrückt und gezogen werden darf.
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