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Saiten

Saiten

Das Thema Saiten wird häufig vernachlässigt, obwohl es doch die Saite ist, die das Instrument erst zum Klingen bringt. Saiten gibt es aus unterschiedlichsten Materialien und in unterschiedlichsten Stärken. Die Vielfalt der Marken ist unüberschaubar groß und sowohl für den Anfänger als auch für den langjährigen Musiker recht verwirrend. Wir haben uns mit dem Thema beschäftigt und eine kleine Übersicht für Sie erstellt.

Stahlsaiten
Seit dem 16. Jahrhundert experimentieren Lautenmacher mit drahtbespannten Instrumenten (Cister, Bandora), aber die die eigentliche Stahlsaite ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Stahlsaitensätze enthalten fast immer eine Kombination aus glatten und umsponnenen Saiten. Die nicht umwickelte Saite ist ein glatter unlegierter Hartstahl. Die umwickelten Saiten bestehen aus einem Kern und einer Wicklung. Der Kern ist ein runder oder sechseckig gezogener Stahldraht. Der runde Kern war noch bis vor wenigen Jahren Standard. Um ein Abrutschen der Wicklung zu verhindern, werden heute fast nur noch sechseckig gezogene Kerne verwendet. Für die Herstellung von Wicklungen eignen sich verschiedene Metallsorten. Für Westerngitarren ist Bronze in unterschiedlichen Legierungen am beliebtesten.

Bronzestahlsaiten
Die Wicklung bei 80/20 Bronzesaiten besteht aus 80 Prozent Kupfer und 20 Prozent Zinn. Die Saiten haben eine goldgelbe Farbe und einen klaren tragenden Ton. Bei 85/15-Bronzesaiten ist der Zinngehalt ein wenig geringer. Sie klingen etwas wärmer als die 80/20er.

Messingstahlsaiten
Messingsaiten weisen ein Kupfer/Zink-Verhältnis von 80/20 oder 60/40 auf. Messingsaiten haben einen sehr brillanten, obertonreichen Klang und halten länger als Bronzesaiten. Um die Verwirrung komplett zu machen, bezeichnen viele Hersteller ihre Messingsaiten als Glockenbronze und Bright Bronze.

Phosphorbronze-Stahlsaiten
Phosphorbronze-Stahlsaiten bestehen aus einer Legierung von 90 Prozent Kupfer und 10 Prozent Zinn, der noch im geschmolzenen Zustand dem Phosphor zugeführt wird. Der Phosphor sorgt dafür, dass die Saite ein wenig härter und widerstandfähiger gegen Korrosion wird. Dieser Saitentyp klingt etwas weicher als eine normale Bronzesaite.

Nickelstahlsaiten
Meist handelt es sich dabei um eine vernickelte Stahllegierung. Diese Saiten eignen sich besonders für den Einsatz von Magnettonabnehmern und werden deshalb meist gut für Gitarren mit Schallloch-montierten Pick-ups verwendet. Ohne Tonabnehmer klingen die Saiten eher dumpf und werden rein akustisch so gut wie gar nicht gespielt.

Flatwounds
Die Umwicklung besteht bei diesen Saiten nicht aus einem Runddraht, sondern aus einem bandähnlichen Flachdraht, der die Greifgeräusche auf ein Minimum reduziert. Sie gilt als Standardsaite bei Jazz-Gitarristen.

Beschichtete Saiten
In den frühen 1980er Jahren wurde bei Kaman mit Teflon beschichteten Saiten experimentiert. Das war allerdings wenig erfolgreich. Später nahm sich die Firma W.L. Gore des Problems an. Die Firma – bekannt für die Erfindung des weltberühmten atmungsaktiven Gore Tex-Stoffes – erfand auch ein Verfahren, in dem Saiten mit einem Polymer überzogen werden. Dieses Polymer wird der Saite nach der Umwicklung „angezogen“ und sorgt dafür, dass Schmutz und Schweiß der Saite nichts mehr anhaben können. Auch die Greifgeräusche werden reduziert. Die Saiten mit dem Namen Elixir setzten sich sehr schnell durch und wurden ein großer Verkaufsschlager. Es gab jedoch auch Kritik an diesem Verfahren, denn viele Musiker meinten, der Ton sei dadurch zu matt und zu wenig brillant. Daraufhin entwickelte Gore die dünner beschichteten Nanoweb-Saiten. Ähnliche Verfahren werden bei der D’Addario EXP-Serie genutzt. Allerdings werden hier die Wicklungsdrähte vor dem Umwickeln beschichtet und klingen deshalb brillanter als die Elixir-Saiten (wobei das natürlich immer Geschmackssache ist!)
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