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Resonatorgitarren

Resonatorgitarren

Heute kaum vorstellbar, es gab ein Leben vor dem Tonabnehmer und der E-Gitarre und damit natürlich die logischen Probleme: Die damals genutzten Gitarren (meist kleine O-Formen) waren für das Zusammenspiel mit Bläsern und Klavier einfach zu leise.

1908 emigrierten die Dopyera Brothers in die USA und gründeten mit George Beauchamp, Adolph Rickenbacker und weiteren die National Company in Los Angeles. Das Ziel war schnell klar: Man wollte einen neuen Gitarrentyp mit enormer Lautstärke entwickeln, damit die Gitarre nicht mehr nur als leises Begleitinstrument eingesetzt werden konnte, sondern auch für Solisten nutzbar war. John Dopyera experimentierte mit vielen möglichen Resonatoren und unterschiedlichsten Materialien. Der erste spielbare Entwurf, von Beauchamp inspiriert, war eine liegende Gitarre, aus der nach unten ein Horn ragte, ähnlich wie bei einem Grammophon. Beauchamp nutzte dieses Instrument für kurze Zeit, doch die Klangeigenschaften waren – sagen wir mal – „begrenzt“. 1926 meldete John Dopyera das erste Patent auf die Tricone an. Die erste Resonatorgitarre war geboren. Die drei Resonatoren bestanden aus Aluminium, die durch eine T-Brücke miteinander verbunden waren, über die die Seiten verliefen. Der Resonator wurde durch die Saiten in Schwingungen gesetzt (im Prinzip wie ein Lautsprecher). Der Korpus war aus Messing. George Beauchamp schlug vor auch eine Single Cone Version zu bauen, aber John fand den Klang zu bescheiden und so trennten sich ihre Wege. Beauchamp meldete das Patent für die Single Cone an und John Dopyera überließ ihm die Firma National und gründete selbst die Dobro Company (Dopyera Brothers). Auch die Dopyera Brüder bauten Sinle Cones, allerdings überwiegend mit Holzkorpussen, die den Klang wesentlich weicher machten.
Die Geschichte nahm ihren Lauf: Ein Dopyera verließ die Dobro Company und wechselte zu National. 1932 verließ Baeuchamp die Firma und die Dobro Company und die National wurden zusammengelegt. In dieser Zeit produzierte jeder für jeden. Es gab Resonatorgitarren sowohl mit dem einen als auch mit dem anderen Namen. Gleichzeitig produzierten sie für Regal, Harmony und Gibson. Also ein wirkliches Durcheinander, was 1941 jäh beendet wurde: amerika trat in den Zweiten Weltkrieg ein und das für den Bau der Resonatorgitarren nötige Metall wurde für die Rüstungsindustrie benötigt.

Es gibt heute eine sinnvolle Einteilung von Bob Brozman. Brozman unterscheidet
1. Tricone oder Single-Cone
2. Squareneck oder Roundneck
3. Korpus aus German Silver, Messing, Stahl oder Holz
4. Solid oder Slotted Headstock
5. Halskorpusverbindung am 12. oder 14. Bund

Das Geheimnis einer guten Resonatorgitarre liegt zum einen in der Auswahl guter Materialien und zum anderen in der Herstellung eines guten Resonators und Korpusses. Das ist nicht so einfach wie man vielleicht vermutet, denn der Resonator muss aus sehr dünnem Material sein, um gut schwingen zu können und trotzdem einen hohen Saitendruck aushalten. Eine andere knifflige Angelegenheit ist die Hals/Korpus-Verbindung bei Metallkorpussen. Die Firma National Resophonic, die seit den 80iger Jahren wieder produzieren, hütet dieses gitarrenbauliche Detail wie ein Staatsgeheimnis. Diese Verbindung ist maßgeblich für das Sustain-Verhalten der Gitarre verantwortlich. Kurz zusammengefasst, haben folgende Resonatorgitarren folgende Eigenschaften:
1. Die Modelle aus Messing und Stahl sind immer die Lautesten.
2. Messing klingt weicher als Stahl
3. Tricones haben ein weicheres und sustainhaltigeres Klangbild als Single Cones
4. Am meisten Sustain haben die Resonatorgitarren mit Holzkorpus, leider sind es auch die leisesten.

Wenn man den ersten Teil dieser kleinen Zusammenfassung gelesen hat, könnte man meinen, da,s die Resonatorgitarre ihre Berechtigung im Zeitalter der E-Gitarre verloren hat. Das ist aber nicht so: Durch die verschiedenen Typen ist sie sehr vielseitig einsetzbar, spielbar in normaler Gitarrenstimmung, sämtlichen Open-Tunings, mit Picks oder mit Slides. Unbegrenzte Möglichkeiten für Country-Solisten, Hawaii-Liebhaber, Fans des Country-Blues und alle Gitarristen, die gerne mal was anderes spielen wollen.
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