Drawmer DS 501 Dynamik-Prozessor

Dynamik-Prozessor Drawmer DS 501, PA/Studio-Peripherie
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Information

Drawmer DS 501

Merkmale
• durchstimmbare "Peak-Punch-Funktion
• variable Hochpass- und Tiefpassfilter für "frequenzbewusstes" Gating
• umfassende Hüllkurvenbeeinflussung mit Attack, Hold, Decay und Range
• Key-Eingang für externes Triggersignal
• Key-Listen-Funktion (Vorhören des Triggersignals)
• äußerst schnelle Ansprechzeit, um das natürliche Ansprechen des Sounds zu erhalten
• symmetrische Eingänge und Ausgänge
• beide Kanäle koppelbar (Stereo-Link)
• verwendbar für Gating oder Ducking
• höchste Audioqualität

DRAWMER verleiht mehr "Punch"

Das DS 501 ist ein hoch entwickeltes Zweifach-Noise-Gate mit durchstimmbarer "Peak-Punch-Funktion. Es bietet eine Reihe von Merkmalen, die von unschätzbarem Wert für Toningenieure sind, und die man bei herkömmlichen Noise-Gates vergeblich sucht.

Mit seiner einzigartigen abstimmbaren Peak-Punch-Funktion ist das DS501 dem weltweit verbreiteten Zweifach-Noise-Gate DS201 ein gutes Stück voraus. Ein Frequenzwähler mit einem Bereich von 75 Hz bis 16 kHz bietet dem Benutzer die Möglichkeit, den Einschwingbereich des gegateten Signals zu beeinflussen und auf den gewünschten Frequenzbereich des Audiospektrums abzustimmen, auf den Peak-Punch sich auswirken soll. Mit einem weiteren Regler lässt sich das Maß der Beeinflussung einstellen. Zudem ist eine zweite Betriebsart verfügbar, die das gesamte Frequenzband beeinflusst.

Die abstimmbare Peak-Punch-Funktion wurde vornehmlich entwickelt, um fehlende Frequenzen in einzelnen Schlagzeug- oder Percussion-Sounds mit mehr "Punch" zu versehen und dem gegateten Signal so größere Definition und Präsenz zu verleihen. Peak-Punch bei niedrigen Frequenzen gibt dünnen Drums mehr Tiefe, während es bei höheren Frequenzen beispielsweise Kantenschläge oder den "Knack" einer Snare-Drum dynamisch verstärkt.

Neben Drawmers traditioneller Ampel-Anzeige für den Gate-Status verfügt das DS501 über neue Pegelanzeigen für jeden Kanal, die eine optische Kontrolle der Signalaktivität unterhalb der Gate-Schwelle erlauben.

Auf Marilyn Mansuns Europatour 2001 hat das DS501 bereits sein Debüt gegeben. Major Tom, das in Salisbury ansässige PA-Unternehmen, hat schon immer auf Drawmer gesetzt und war sehr gespannt darauf, das neue DS501 auszuprobieren. Brad Maddix, FOH-Mann für Marliyn Mansun sagt "Ich liebe das neue 501, weil es so schnell ist, und die neuen Pegelanzeigen machen das Setup und die Bedienung um vieles leichter".

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Bericht aus: Studio Sound
Autor: Zenon Schoepe

Der geglückte Versuch, das originale frequenzabhängige DS201 Dual Noise Gate zu verbessern - darum geht es bei diesem neuen Drawmer Gerät. Zenon Schoepes Ohren sind bereits Punch-süchtig.

Ich persönlich würde nicht besonders von dem Gedanken angetan sein, ein Produkt neu designen zu müssen, das bereits als Industriestandard gilt. Wenn ein gutes Produkt neu auf den Markt kommt, treten beim intensiven Gebrauch im Allgemeinen einige Unzulänglichkeiten auf, die in der so genannten "Mark 2" Version ganz bequem behoben werden. Wenn jedoch ein gutes Produkt neu auf den Markt kommt, das eine Vorreiterrolle spielt, gibt es keinen Präzedenzfall und die Anwender erfinden ganz neue Einsatzmöglichkeiten für dieses Produkt.

Letzteres trifft ziemlich genau auf das verdiente Drawmer DS201 Dual Noise Gate zu, das sich in Audio Kreisen eines ungewöhnlich langen Produktlebens erfreut. Das DS201 wird seit 1982 fast unverändert erzeugt, die Version mit XLR Anschlüssen erblickte Mitte der 90-er Jahre das Licht der Welt. Das Problem, das frequenzabhängige DS201 zu verbessern liegt darin, dass es überall zu finden ist, jeder dieses Gerät kennt und weiß, wie es zu bedienen ist. Dieses Gate ist der Maßstab, an dem alle anderen Gates gemessen werden; es zu übertreffen, ist daher keine leichte Aufgabe.

Seit der Markteinführung des DS201 haben sich viele Dinge verändert. Es gibt neue Techniken und modernere Technologien für Gating Zwecke, nicht zuletzt auch in Drawmers eigener Produktpalette, muss ich gleich hinzufügen. Das DS501 Power Gate sollte eigentlich als das DS201 der nächsten Generation betrachtet werden: ein Gerät, das auf der gewohnten Bedienung und unübertroffenen Leistung aufbaut und einige interessante und innovative Extras bietet.

Werfen wir einmal einen genaueren Blick auf das DS501, wobei uns ein DS201 praktischerweise zum Vergleich dient. Die schwarze Frontplatte ist gleich geblieben, so wie auch die klassischen Drehknöpfe mit leuchtgelbem Rand, jedoch etwas kleiner, weil einige Regler hinzugekommen sind - vier, um genau zu sein, denn auf jedem Kanal befinden sich zwei zusätzliche Potenziometer für das neue Peak Punch Feature. Sie können sicher sein, dass die traditionellen Stärken des DS201 beibehalten wurden: noch immer gibt es zwei Kanäle mit ausgefuchster Gating Regelung, für den Stereo Betrieb verkoppelbar, und Ein- und Ausgänge auf symmetrischen XLR Anschlüssen. Die Key Eingänge haben nach wie vor 1/4" Klinkenbuchsen.

Bevor wir zu Peak Punch kommen, hier nochmals die bekannten Eigenschaften. Die Low- und High Pass Filter überstreichen einen Frequenzbereich von 25Hz-3kHz bzw. 250Hz-30kHz und werden von einem INT/EXT Key Source Schalter begleitet. Threshold (-72dB bis +¥), Attack (10¥s bis 1s), Hold (10ms bis 2,5s), Decay (5ms bis 4s) und Range (0 bis -80dB) bieten keine Überraschungen. Der aufmerksame Beobachter wird erkennen, dass die Wertebereiche nicht ganz mit dem Vorgänger übereinstimmen: beim DS201 sind die oberen Grenzfrequenzen beider Filter marginal höher, der Threshold reicht nicht ganz so weit hinunter, die Hold- und Decay Zeitkonstanten beginnen bei 2ms und das Hold Maximum ist nur 2s. Keine große Affäre - diese Änderungen sind wahrscheinlich auf langjährige Erfahrungen mit dem DS201 zurückzuführen. In jedem Fall ist die Wirkungsweise und das Ergebnis gleich geblieben. Auf der Frontplatte gibt es einen GATE/DUCK Schalter, KEY LISTEN/GATE/BYPASS Schalter und diese drei LEDs im "Ampeldesign", mit denen auf einen Blick erkennbar ist, was das Gate gerade tut. Sehr angenehm ist die vertikale Pegelanzeige mit 4 LEDs, die das Verhältnis zwischen Signal und Threshold Pegel veranschaulicht, ganz so wie bei anderen Drawmer Geräten.

Peak Punch ist ebenfalls auf anderen Drawmer Einheiten zu finden, beim DS501 jedoch ist der Effekt, bei dem bestimmte Frequenzen beim Öffnen des Gate stark angehoben werden, flexibler einstellbar. Dazu sind zwei Drehregler vorhanden: der eine wählt das Frequenzband, in dem der Effekt stattfindet (variabel von 75Hz bis 16kHz), der zweite bestimmt die Stärke der Anhebung an der gewählten Mittenfrequenz. Zusätzlich gibt es einen Schalter mit drei Stellungen: Bypass, Anhebung im gesamten Frequenzbereich, oder Anhebung im mit den beiden Reglern gewählten Bereich.

Ich muss gestehen, das ist eine feine Sache. Der Drawmer Punch Effekt hat mir schon immer gefallen, aber die Möglichkeit der Feinabstimmung von Frequenz und Anhebung ist wirklich erstaunlich, trotz der Tatsache, dass diese Sektion nur einen relativ geringen Anteil der Hüllkurve beeinflusst. Großartig für Schlagzeug und Percussion, Blechbläser, Bass und alle Signale, die für maximale Wirkung knackig und explosiv sein sollen.

Wenn zwei nicht genau getimte Signale mittels Keying enger zusammengebracht werden, verliert man unweigerlich die ersten Transienten des bearbeiteten Signals. Würden die beiden zeitlich exakt zusammenfallen, so wäre es ja nicht notwendig, sie überhaupt auf diese Weise zu bearbeiten. Mit dem Punch Effekt und genauer Abstimmung von Frequenz und Anhebung entsprechend dem Klang kann der dadurch hervorgerufene Signalverlust optimal ausgeglichen werden.

Auch mit den Filtern lässt sich viel anstellen: in der Key Listen Position können Programmteile aus dem Key Signal so entfernt werden, dass sich vor allem beim Mischen ein sauber gesteuertes Signal nach dem Gate ergibt.

Der Reiz des DS501 hängt davon ab, ob und wie Sie Gates als Werkzeug betrachten. Falls Sie mit den herkömmlichen optimierten automatischen Geräten das Auslangen finden, erscheint ein variables Gate mit aufwendigeren Funktionen nicht so erstrebenswert. Ein Gate kann als gewöhnlicher Ein/Aus-Schalter, oder als kreatives Werkzeug eingesetzt werden - das DS501 kann beides. Kreative Anwendungen dieses Gerätes tendieren eher zu perkussiven Instrumenten, und wenn man die Features des Original DS201 als Vergleich heranzieht, sind die zusätzlichen flexibel einstellbaren Punch Effekte eine wirkliche Bereicherung. Gating erzeugt von Haus aus eine größere Dynamik, und ein extra Kick beim Öffnen des Gate ist wirklich beeindruckend.

Oberflächlich betrachtet ist das DS501 nur ein Upgrade eines Industriestandards, doch bei genauerer Betrachtung bringt dieses Gerät Resultate und Klangeigenschaften, die es zu einem modernen, zeitgemäßen und kreativen Werkzeug machen. Das Bessere ist immer der Feind des Guten. Schwer zu empfehlen.
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